Der Werwolf: Vom Wolfsmensch & Wolfsgeheul


Ein Werwolf ist eine Art Wolfsmensch, der sich bei Vollmond in einen blutrünstigen Wolf verwandelt. In diesem Zusammenhang taucht auch häufig der Begriff der Lykanthropie auf, welcher den Glauben bezeichnet sich in einen Wolf zu verwandeln. Psychiater halten dies heutzutage für eine Geisteskrankheit.

In den Mythen und Legenden der Geschichte gingen einige Männer einen Pakt mit dem Teufel ein und erhielten von diesem einen Gürtel aus Wolfsfell, mit dem sie sich verwandeln konnten. Andere Quellen sprechen davon, dass das Erbgut oder eine Verletzung durch einen anderen Werwolf die Verwandlung auslöst. In der modernen Popkultur und besonders in diversen Hollywoodfilmen ist durchgängig letzteres der Fall: Menschen, die von einem Werwolf verletzt, aber nicht getötet werden, verwandeln sich beim nächsten Vollmond selbst in eine reißende Bestie. Morgens wachen sie dann meist irgendwo nackt auf und können sich nicht mehr an ihre schändlichen Taten erinnern.

Legenden über die Verwandlungen von Mensch zu Tier sind in der Geschichte sehr weit zurückzuverfolgen. In Ovids Metamorphosen ist beispielsweise der griechische König Lykaon bekannt, welcher von Zeus in einen Wolf verwandelt wurde, weil er dem Göttervater Menschenfleisch vorsetzte. Der historische Ursprung der Werwolf-Sagen geht vermutlich auf kultische Rituale der Skythen zurück, welche sich bei ihren Festen zu Ehren ihres Gottes mit Wolfsfellen behängten. Eine Sitte, welche später auch die Germanen übernahmen. Andere Quellen nennen die sogenannte "Wolfskrankheit", bei der besonders im Gesicht ein starker Haarwuchs zu beobachten ist, als Auslöser für den Aberglauben. Besonders im abergläubischen Mittelalter wurden auf diese Weise Erkrankte vom Volk gefürchtet. Auch Tollwutkranke wurden im Mittelalter manchmal für Werwölfe gehalten, weil die Erkrankung durch den Biss eines Tieres erfolgt. Außerdem passen die Symptome der Erkrankung sehr gut zu den Vorstellungen wie sich ein Werwolf gebärden würde: Die Erkrankten schlagen wild um sich, beißen und haben Schaum vor dem Mund. Im Zuge der Hexenprozesse wurden auch zahlreiche Männer, insbesondere Hirten, hingerichtet, weil ihnen angedichtet wurde ein Werwolf zu sein. Solche Werwolfprozesse fanden meist in Gegenden statt, die gerade unter einer Wolfsplage litten.

Werwölfe sind ebenso schreckliche Bestien wie Vampire, die sich des Nachts am Blut der Menschen laben. In Rollenspielen, Videospielen, Büchern und Filmen hat sich im Zuge dieser morbiden Faszination eine wahre Wissenschaft über Werwölfe entwickelt. So soll man einen Werwolf nur mit einer silbernen Waffe oder einer silbernen Kugel töten können, die mitten in sein Herz geschossen wird. In diesem Fall verwandelt sich der Wolfsmensch im Tod sofort wieder in seine ursprüngliche Form zurück. Außerdem sollen Tollkirschen als Medizin eingenommen Lykanthropie heilen können.


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