Geschichte der Kreuzzüge im Mittelalter


Die Kreuzzüge der christlichen Völker waren Kriege, die in erster Linie religiös, aber auch strategisch und wirtschaftlich bedingt waren. Unter den Kreuzzügen werden in erster Linie die Orient-Kreuzzüge verstanden, welche sich gegen die muslimischen Staaten im Nahen Osten richteten. Ein Kreuzug war gottgewollt und durch den Papst verkündet. Somit war er Kriegszug und Buße zugleich.

Die teilnehmenden Kreuzritter mussten dabei wie bei einer Pilgerfahrt ein rechtsverbindliches Gelübde ablegen. Die Kreuzzüge der katholischen Christenheit waren als "gottgefälliger Krieg" sehr populär, weswegen die Heere in der Regel aus "Rittern" bestanden, die aus allen Teilen Europas kamen. Unter dem Banner der göttlichen Liebe zogen die Ritter in einen "gerechten Krieg" gegen Unglauben und die schlechte Behandlung Gläubiger. Aber nicht nur die Religion gereichte zum Grund in den Krieg zu ziehen, sondern auch wirtschaftliche und andere "zwielichtige" Gründe.
Der Adel beispielsweise erhoffte sich durch die Eroberung der fremden Länder neue Besitztümer. Gerade die jüngeren Söhne des Adels, welche nicht mehr erbberechtigt waren, sahen nun ihre Chance gekommen doch noch ein Stück Land zu ihrem Herrschergebiet addieren zu können. Auch die überzähligen Söhne des Klerus, für welche kein Platz mehr in den Klöstern war, konnten so "sinnvoll" beschäftigt werden. Für die Landbevölkerung versprach eine Teilnahme an den Kreuzzügen eine vom Papst versprochene Beendigung ihrer Leibeigenschaft und eine Fluchtmöglichkeit aus den teilweise harten Lebensumständen ihrer Heimat. Außerdem beteiligten sich viele Gesetzlose und Verbrecher, weil sie unter dem Zeichen des Kreuzes der Strafverfolgung entgehen konnten und somit ganz "legal" auf Beutezug gehen konnten.

Grund des 1. Kreuzzuges

Nach einem Hilferuf des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos um militärische Hilfe gegen die türkische Fürstendynastie der Seldschuken, rief Papst Urbans II. 1095 zum heiligen Krieg auf. Er verlangte die Befreiung Jerusalems und des "Heiligen Landes" aus der Hand der Muslime, welche über 80 Jahre zuvor unter dem Kalifen al-Hakim eines der größten Heiligtümer des Christentums, die Grabeskirche, zerstört hatten. 1099 hatte dann schließlich ein Kreuzfahrerheer Jerusalem erobert, woraufhin weitere Kreuzfahrerstaaten gegründet wurden. Um einer weiteren Bedrohung durch die Muslime zuvor zu kommen, wurden weitere Kreuzzüge veranstaltet, welche aber nur wenig erfolgreich waren. 1291 fiel die letzte Kreuzfahrerfestung. Nach dem 1. Kreuzzug wurde der Begriff "Kreuzzug" auch für andere militärische Aktionen verwendet. Auch heute noch verwenden wir das Wort, um überzogene und beinahe fanatische Handlungsweisen oder Kampagnen anzuklagen.


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