Druide & Schamane: Magier der Natur


Druiden

Druiden waren ursprünglich eine Art geistiger Elite in der keltischen Gesellschaft. Römische und christliche Quellen aus dem Mittelalter sprechen von Druiden, die Wahrsagerei betrieben und Opfer vollzogen. Leitet man das Wort vom Altgriechischen ab, so erhält man als Übersetzung die "Eiche", welche von den Druiden besonders verehrt worden sein soll.

Laut Cäsar galten die Druiden bei den Kelten als Philosophen, Astrologen, Rechtsgelehrte und Magier. Sie sollen aber auch politisch tätig gewesen sein und ihren Fürsten als Ratgeber gedient haben. Cäsar behauptete ebenfalls, dass Druiden an die Wiedergeburt glaubten und der Meinung waren, dass alle Kelten Nachfahren des Totengottes Dispater seien. Sie sollen ihren Göttern auch Menschenopfer dargebracht haben.

Aus der keltischen Frühgeschichte ist von Plinius überliefert, die Druiden hätten Weiß getragen und mit einer goldenen Sichel Mistelzweige, welchen sie als heilige Pflanze ansahen, von Eichen geschnitten.

Aus einigen Quellen des Frühmittelalters ist das Erscheinen von Druiden in Britannien und Irland bekannt. So sollen sich beispielsweise den Missionaren St. Columban und St. Patrick solche "irischen Magier" entgegen gestellt haben. Die meisten Druiden seien jedoch durch die Priester in "Zauberduellen" geschlagen worden. Einige dieser sagenhaften irischen Zauberer sollen sogar die Wiedergeburt von Menschen in Vogelgestalt gelehrt haben.

Im 18. Jahrhundert brach eine regelrechte Keltenromantik aus und sorgte dafür, dass viele moderne Druiden Orden gegründet wurden. Diese hatten jedoch mit den historischen Druiden der Kelten kaum noch etwas gemeinsam, sondern widmeten sich vollständig dem praktizierten Neopaganismus, also dem Heidentum.

In der Literatur werden verschiedene Charaktere häufig als Druiden bezeichnet. Ein Beispiel ist Merlin aus der Artussage, welcher auch als Zauberer oder Barde beschrieben wurde. Im Rollenspielsystem Dungeons & Dragons wurde der Druide erstmals als spielbare Heldenklasse verwendet. Er unterscheidet sich im Spiel jedoch stark von seinem historischen Vorbild, weil er im Prinzip nichts anderes als ein "Naturmagier" ist. Er vermag Tiere, Pflanzen und das Wetter magisch zu beeinflussen und kann sich selbst in Tiere verwandeln. Auf Grund seiner Popularität hat er es auch zu Ruhm in Computerspielen gebracht: In World of Warcraft ist der Druide ebenfalls eine spielbare Klasse.

Schamanen

Druiden und ihre Rituale sollten aber nicht mit Schamanen verwechselt werden. Schamanen sind so etwas wie Priester und werden von ihren Anhängern auch mit "Zauberer" oder "Medizinmann" tituliert. Sie sollen die "Welt der Geister" bereisen können, indem sie sich in eine Art Trancezustand versetzen. In diesem Ekstase-artigen Zustand sollen sie in der Lage sein, magische Effekte und Heilungen zu erzielen. Außerdem können sie auf dieser veränderten Bewusstseinsebene Dinge sehen und an Informationen gelangen, die Normalsterblichen auf Grundlage ihrer normalen Wahrnehmung der Realität verborgen bleiben. So soll man durch Schamanismus mit Tieren, Pflanzen oder Geistern in Kontakt treten können. Um den magischen Trancezustand zu erreichen, kann der Schamane verschiedenste Techniken anwenden: Trommeln, Gesang und Tanz sind nicht unüblich. Aber auch Fasten, besondere Atemtechniken oder der Konsum bewusstseinsverändernder Drogen sollen angeblich funktionieren. Auch der Schamane hat es zu bescheidenem Ruhm gebracht und ist in World of Warcraft ebenfalls eine spielbare Klasse.


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