Von D&D 3rd bis D&D 4th - Über das bekannteste Rollenspiel


Dungeon and Dragons, das bedeutet sich mit guten Freunden zu treffen, in die Rollen von abgefahrenen Charakteren zu schlüpfen, zu würfeln, zu lachen, mitten in der Nacht Pizza zu bestellen und erst mit all dem aufzuhören, wenn draußen die Sonne aufgeht. Das bereitet Rollenspielern überall auf der Welt großes Vergnügen und andere erinnern sich mit einem Schmunzeln an diese Zeiten aus der Jugend zurück.

Damals erfand der mittlerweile leider verstorbene Gary Gygax das sogenannte "Pen and Paper" - Rollenspiel und ermöglichte es so seinen Freunden und Bekannten unter der Einhaltung bestimmter Regeln und nur mit ein paar Blatt Papier, einem Stift und Würfeln bewaffnet, dunkle Korridore zu erkunden, Monster zu besiegen und Schätze jeglicher Art zu bergen. Wenig später kam die allererste Edition von Dungeons & Dragons auf den Markt. Damals noch über alle Maßen als Satanismus verherrlichend und Jugend gefährdend angesehen, beherbergte das Buch noch eine Menge düsterer Darstellungen von Dämonen und nackten Jungfrauen, die auf Altäre gefesselt waren.
Doch mit einer wachsenden Anzahl von Spielern und der wachsenden Expertise derselbigen wurde das Spiel immer ausgefeilter und präziser, so dass ein paar Jahre später die Second Edition des Spiels, "Advanced Dungeons & Dragons", auf dem Markt erschien. Viele werden sich noch an Größen wie den "ETW0" (Erforderlicher Trefferwurf bei Rüstungsklasse 0) oder die "Rettungswürfe gegen Zauberstäbe, -stecken, -ruten" erinnern. Das System machte eine Menge Spaß, auch wenn es die Berechnung von getroffenen Gegnern und dergleichen ein wenig kompliziert handhabte.
Dann endlich kam im Jahr 2000 kam die lange ersehnte d&d 3rd Edition auf den Markt. Endlich hatte man dem kompletten Spiel ein einfach zu handhabendes Additions-System zu Grunde gelegt. Auch Rettungswürfe waren nun nachvollziehbare Größen und auch viele andere Ungereimtheiten der älteren Editionen waren ausgeräumt worden. Nun würde es sehr lange bis zu einer möglichen d&d 4th Edition dauern.

Nachdem zwischendurch ein paar Zauberspruch- und Klassenverbesserungen in der d&d 3.5 Variante eingeführt worden waren, ist nun 2008 tatsächlich die dnd 4th edition erschienen und nichts ist so wie es mal war. Die alteingeschworene Fangemeinde des Spiels hatte sich an gewisse Dinge gewöhnt: Magier sind Mächtig, aber Glaskanonen, weil sie nur Stoffrüstungen tragen können; Krieger haben die meisten Trefferpunkte und sind durch ihre Rüstungen die unverwüstlichen Frontkämper usw. D&D 4e fungiert jedoch ein bisschen wie der große Gleichmacher. World of Warcraft und andere Fantasy Online Rollenspiele haben das Genre nachhaltig beeinflusst und Begriffe wie "Tank" und "Damage Dealer" eingeführt. Und genau das merkt man D&D 4.0 mehr als deutlich an. Alle Charaktere wurden stark angeglichen und haben nahezu gleiche Trefferpunkt- und Rüstungswerte. Die Charaktere der dnd 4th unterscheiden sich lediglich noch in ihrem "Flavour". Auch die Fertigkeiten und Zauber sind nun viel schneller wieder einsetzbar, um maximal viel Action zu ermöglichen, leider oftmals zu Ungunsten der Logik. Auch dies sorgt dafür, dass sich die dnd 4e ein wenig wie ein Computerspiel anfühlt.

Vermutlich muss man sich daran gewöhnen, dass das Internet und Computer auch im Sektor der klassischen Fantasy Rollenspiele - im wahrsten Sinne des Wortes - eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Onlinerollenspiele scheinen so langsam die guten, altem Pen & Paper Spiele zu verdrängen. Schon bald wird man als 70-jähriger seinen Enkeln erklären müssen wie man vor langer Zeit nur mit einem Stift, einem Blatt Papier und ein paar Würfeln in eine Welt voll fantastischer Abenteuer eintauchen konnte…


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